Rennberciht Jarama 2017

Sascha Lenz sichert sich in Jarama den sechsten Platz im FIA-Championat

 

Der 9. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship auf dem Circuito del Jarama nördlich von Madrid war bei strahlendem Sonnenschein und vor über 27.000 begeisterten Zuschauern ein würdiges Finale der Saison 2017.

Der MAN-Pilot Sascha Lenz mischte am Ende nicht ganz so die europäische Truckracing-Elite auf wie noch ein Renn-Wochenende zuvor auf dem Circuit Bugatti in Le Mans, zeigte aber einmal mehr, dass er ein absoluter Podiumskandidat ist.

Schließlich hat nur ein Crash, an dem Sascha ganz unschuldig war, einen Podiumsplatz, möglicherweise gar seinen ersten EM-Sieg verhindert.

Dafür holte sich der junge Deutsche immerhin vier Podiumsplätze in der extra gewerteten Spanischen Meisterschaft, zwei zweite und zwei dritte.

In der SuperPole der Top-Ten am Samstagmorgen für das erste Rennen fuhr Sascha die fünftbeste Zeit.

Schon gleich nach dem Start hatte er sich weiter nach vorn gekämpft, sodass er glücklicherweise nicht in die Karabolagen direkt hinter ihm verwickelt war. Drei Trucks waren ineinander verkeilt, standen kreuz und quer zur Fahrbahn, ein Rennabbruch war die zwangsläufige Folge.

Der Neustart in der ursprünglichen Reihenfolge verlief nicht mehr ganz im Sinne des MAN-Piloten. Er verlor gleich zwei Plätze und fand sich auf der 7. Position wieder. Auf dem 3. Platz fuhr der Tscheche David Vrsecky, der es offensichtlich als erste Aufgabe sah, mit seinem Freightliner seinen Buggyra Teamkollegen Adam Lacko abzuschirmen, der auf dem 2. Rang lag. Schon während der ganzen Saison gelang es nur wenigen Piloten an Vsrecky vorbei zu ziehen, selbst wenn sie eindeutig schneller waren. So staute sich hinter dem Freightliner ein deutsches Quartett mit Jochen Hahn (Iveco), Steffi Halm (MAN), Gerd Körber (Iveco) und eben Sascha.

Hahn gelang es schließlich noch Vsrecky den 3. Podiumsplatz abzujagen, die anderen passierten am Ende die Ziellinie hinter Vrsecky im Halbsekundentakt.

Der 7.Platz bedeutete für Sascha aber auch – infolge der umgekehrten Startaufstellung – erste Reihe im zweiten Tagesrennen. Neben ihm lag der Portugiese José Rodrigues (MAN). In den bisherigen Rennen war Sascha in der Regel der eindeutig Schnellere gewesen.

Die Aussuchten auf ein Podiumsplatz, vielleicht gar auf einen Sieg waren ausgesprochen gut.

Doch nach nur wenigen hundert Metern waren all diese Träume schon ausgeträumt. Rodrigues bremste seinen MAN eingangs der ersten Kurve viel zu spät ab, sodass alle sechs Reifen blockierten und der RaceTruck unkontrollierbar geradeaus ins Kiesbett schoss. Dabei nahm er den Truck von Sascha auch noch mit, und der musste anschließend hilflos mit ansehen, wie das übrige Feld vorbeirauschte. Zwar holte er zu einer famosen Verfolgungsjagd aus, doch mehr als der 7. Platz war schließlich doch nicht mehr drin.

 

Am Sonntag kam Sascha in der SuperPole auf den 7.Platz.

Im anschließenden Rennen konnte er noch eine Position gutmachen, doch letztendlich war die Luft raus. In der Europameisterschaft waren auch alle Entscheidungen endgültig gefallen, für Sascha galt es jetzt vielmehr in der Spanischen Meisterschaft weiter gut mitzufahren. Hier holte er sich dann auch tatsächlich den 2. Platz und eben den sechsten in FIA-Wertung. Da seine Reinert Adventure-Teamkollegin Steffi Halm Vierte wurde, bedeutete das gleichzeitig auch den 3. Podiumsplatz in der FIA-Teamwertung. 

Das letzte Rennen der Saison war dann etwas für die Galerie. Lokalmatador Antonio Albacete fuhr mit seinem MAN einen viel umjubelten Start-Ziel-Sieg ein. Der Rest fuhr recht spektakulär, wollte sich aber ansonsten auch nicht wehtun. Sascha feierte seinen 5. Rang und erneuten 2. Platz in der Spanischen Meisterschaft am Ende mit sonst eher von den spanischen Piloten gewohnten Burnouts, bis man vor lauter qualmenden Reifen kaum mehr etwas sehen konnte.

Im FIA-Championat belegte Sascha schließlich den 6.Rang, sein Team Reinert Adventure wurde Dritter in der FIA-Teamwertung.

Zudem wurde Sascha in der abendlichen FIA-Gala als bester „Youngster“ ausgezeichnet.

Noch während der Feier zeigte sich Sascha mit dem Rennwochenende und vor allem mit der Saison letztendlich doch zufrieden. „Ich gebe ja zu, nach den Rennen in Le Mans mit der absoluten Rundenbestzeit, mit der schnellsten Rennrunde in drei der vier Rennen, habe ich hier auch wieder auf einen Podiumsplatz gehofft und von einem Sieg geträumt. Und wenn ich ehrlich bin, die Chancen im zweiten Rennen am Samstag waren ja auch richtig gut.

Insgesamt sind wir mit dem Saisonverlauf sehr zufrieden. Wir haben das Gefühl, sowohl unser sportlicher Erfolg und auch unser Auftritt an der Rennstrecke haben gerade bei unseren Sponsoren und Gästen einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Auf diesem Niveau wollen im nächsten Jahr weiter machen,“ und fügte dann noch augenzwinkernd hinzu: „Sportlich will ich natürlich noch eine Schüppe drauflegen.“

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